Supernova
Volkspalast
-  Palast der Republik   Berlin 2004


"Sterben ist auch eine Kunst." (Deutsches Sprichwort)

Der Volkspalast, die ausgenommene Arbeiter- und Bauerngans, wird ein letztes Mal hübsch gemacht. Der vergessene Zombie wird reanimiert und bläht sich als Koloss noch einmal auf, bevor er verlöscht. Wie viele Reanimationen sind dem Palast noch zuzumuten? Zugegeben - am liebsten hätten wir ihn zum Abschluss gesprengt, diesen Volkspalast, der - längst in der Unterhaltungsbranche des Westens angekommen - zu nichts mehr taugt, als zum Parkhaus oder zur Großraumdiskothek nach dem Vorbild westlicher Kleinstädte. Oder gibt es da noch etwas? Unser Verhältnis zur "Superbox" bleibt ambivalent. In seiner hohen Abstraktion von Volkseigentum präsentiert sich der Palast so wie das System, das ihn erbaute: krank.

Wir wollen den architektonischen Körper vielleicht zum ersten, sicher aber zum letzten Mal in seiner Proportion zur Stadt herausfordern. Der Palast wird symbolisch verglühen:
Eine Lichtinstallation erhellt den Palast, um ihn in vollem Glanz untergehen zu lassen.

eine Koproduktion mit dem Hebbeltheater, Harriet u. Peter Meining sowie Nikolaus Woernle
 

Süddeutsche Zeitung 08.11.04:
“... Die Licht- und Klanginstallation, die dem seit Jahren herrlich – und wie sich nun zeigt: produktiv – umstrittenen Kubus am Schlossplatz von 23 Uhr bis Mitternacht als Sterbehilfe zur asbestbereinigten Seite stehen soll, heißt „Supernova“. Zu Recht. Denn als Supernova ist das schnell eintretende, helle Aufleuchten eines Sterns bekannt, der dabei millionen-, ja milliardenfach heller wird. ...”

 

kleine Animation (gif 450 KB)
Klangcollage zur Installation von Nikolaus Woernle ‚20goto10' (Auszug mp3 230 KB)

Volkspalast